Die 36 Tattvas (12-16)

Tattvas

Die Tattvas der individuellen Seele

Die individuelle Seele

 

Im Maya-Tattva (Tattvas 6 – 11) kontrahierte sich das Bewusstsein. Dadurch erscheint es so, als ob das Bewusstsein Grenzen hätte. Das Ergebnis davon ist die individuelle Seele, die im Kashmir Shaivismus Purusha genannt wird.

 

 

12. Purusha

Purusha ist die individuelle Seele, der bleibende Aspekt des Einzelwesens. Sie ist das erfahrende Subjekt – die subjektive Natur des Individuums.

Die Seele hält vergangene Eindrücke fest. Sie besitzt alle Eigenschaften des allumfassenden Bewusstseins – nur in eingeschränkter Form. Sie ist der beständige, sich nicht verändernde Aspekt der Lebewesen.

Die Seele nimmt sich als vom Objekt getrennt wahr. Sie kann sich zwar mit einzelnen  Aspekten identifizieren, wie z.B. mit dem Körper, den Gedanken oder den Gefühlen, jedoch nicht mit allen Schöpfungen im Universum.

13. Prakriti

Das ist der „Stoff“ aus dem sich die erfahrbare Welt zusammensetzt. Aus Prakriti gestalten sich alle nachfolgenden Tattvas.
Prakriti kann nicht zerstört werden. Alles, was wahrgenommen werden kann, ist Prakriti!
Prakriti ist das, was erfahren wird.

14. Buddhi

Buddhi ist der Intellekt. Der höchste und subtilste Anteil des Geistes, eine Instanz, die unterscheidet und erkennt. Buddhi ist der unpersönliche Zustand des Bewusstseins.

15. Ahamkara

Ahamkāra (Ego) ist das „Ich-ausmachende“ Prinzip.  Ahamkāra ist die verbindende Kraft, die die Trennung zwischen Subjekt und Objekt zu überwinden sucht.

Da Subjekt und Objekt nicht mehr als Eines erfahren werden können – so, wie das in den ersten fünf Tattvas der Fall war – setzt Ahamkāra sie miteinander in Beziehung und erschafft durch Identifikation und Aneignung, eine scheinbar eigenständige Person mit einem persönlichen Leben.

Dadurch erscheint es so, als ob “jemand“ existiere, der vom universellen Bewusstsein, verschieden oder getrennt sei.

Differenzierung zwischen Ego (Ahamkara) und Seele (Purusha)

Das Ego identifiziert sich mit Erfahrungen und macht sich, z.B. Erinnerungen und  Ereignisse, zu eigen, wodurch das Empfinden entsteht, ein „bestimmtes Ich“ zu sein. Durch die Identifikation entsteht der Eindruck, dass diese Abfolge von Geschehnissen das „eigene Leben“ sei.

Die Seele  erfährt jeden Augenblick als etwas Neues.

Das Ego verknüpft die Folge von Momenten und erschafft das Gefühl, dass es eine einzelne Person gibt, die den zeitlichen Ablauf auf eine ganz persönliche Weise erfährt.

Die Seele ist das reine „Ich-Bewusstsein“,

Das Ego  ist das Bewusstsein von „mir“ oder „mein.

16. Manas

Manas ist die Gedankenwelt, das Vorstellungsvermögen. Manas ist überaus aktiv. Die Aufmerksamkeit wandert ständig zwischen den verschiedenen Sinnen hin und her. Aus den Informationen der Sinne werden Bilder aufgebaut und mit den, im Manas gespeicherten, Erinnerungen verknüpft. Eventuelle Lücken werden mit Vorstellungen gefüllt. Durch die Erinnerungsfähigkeit und die Vorstellungskraft ergibt sich eine zeitliche Abfolge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wobei Manas die Tendenz hat, Vergangenes mit Zukünftigem zu verknüpfen und damit die Bedingungen des Lebens zu erschaffen.

Fortsetzung…

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