Kashmir-Shaivismus

Kahmir-Shaivismus

Die Essenz des Kashmir-Shaivismus

Im 9. Jahrhundert wurde von Somananda und Vasugupta die philosophische monistische Schule des Kashmir-Shaivismus begründet.

In diesem Artikel wird die essenzielle Aussage des Kashmir-Shaivismus benannt und eines der Haupthindernisse auf diesem Weg erläutert.

Kashmir-Shaivismus - Tattva-Vidya

 

Gott der Herr ist das eine Leben,
das aus jedem Geschöpf erstrahlt.
Indem er sieht, dass er in allem Gegenwärtig ist,
ist der Weise voll Demut…
Sein Vergnügen liegt im Selbst
Seine Freude liegt im Selbst…

Mundaka Upanishad

 

 

Die Essenz des Kashmir-Shaivismus:

Alles ist Bewusstsein – es gibt nichts anderes als reines Bewusstsein.
Du bist das reine göttliche Selbst und diese Welt ist dein Bewusstsein.

Welch wunderbare Aussagen!

Welchen Nutzen ziehen wir daraus? Haben wir wirklich begriffen, dass wir gemeint sind?

Meist bleiben solche oder ähnliche Aussagen, die von unserer wahren inneren Größe sprechen, reine Theorie. Und bestenfalls glauben wir, dass das jene beträfe, die in ihrer Entwicklung fortgeschrittener seien als wir.

Doch es betrifft jeden von uns.

 

Was ist es, was uns die Wahrheit nicht erkennen lässt?

Wie gehen wir mit uns selbst um?

Menschen haben die Tendenz sich selbst und ihre Handlungen, entweder als gut oder als schlecht, anzusehen. Dabei erzeugen gute Handlungen häufig Stolz und schlechten Handlungen folgt Schuld.

Stolz führt dazu, andere als geringer zu betrachten und Schuld erzeugt Schmerz und Scham und lässt andere als größer erscheinen. Meist wechseln sich beide Haltungen ab, wie auf einer Wippe, auf der einmal das Eine und dann wieder das Andere oben ist.

Menschen machen Fehler. Wenn du einen Fehler erkennst, kannst du es anders machen. Wenn du es nicht anders machen kannst, dann mache eben Fehler, nur hör auf damit, dich zu beschuldigen, dir selbst Schmerz zuzufügen, dich zu quälen. Hör auf damit, deine schlechten Handlungen wieder zu käuen und sie somit am Leben zu erhalten. Es gibt keine schlimmere Hölle als den Zustand des Selbstmitleides, den Zustand der Selbstverdammung.

Diese Form des Umgangs mit sich selbst zeigt die Auswirkungen des Zusammenspiels von Ahamkara (Ich-ausmachendes Prinzip) und Manas (Gedankenapparat), wie es in dem Beitrag „Psychologie des Kashmir-Shaivismus“ beschrieben wird.

 

Was braucht es, um diesen oder einen ähnlichen Kreislauf verlassen zu können?

Der Schüssel dazu ist Mitgefühl – Mitgefühl für sich selbst und für andere.
Dabei spreche ich von jenem Mitgefühl, das einen sanften Blick auf sich selbst und auf andere Menschen richtet, einen Blick der versteht, wie es zu Schmerz und Leid kommt – ohne sich damit zu identifizieren. Ein mitfühlendes Herz, das voller Liebe und jenseits des Leides ist.

Schmerz und Qual scheinen unausweichlich auf dem Weg zur Erkenntnis der eigenen inneren Wirklichkeit. Ideen, Vorstellungen und Unwissenheit sind die Hindernisse. Das Wissen über das Spiel der Shakti, die das reine Wissen verdunkelt und Unwissenheit zu erhellen vermag (siehe Kundalini), ermöglicht uns, sehr viel leichter über schwierige Zeiten hinweg zu kommen.

Und das, was wir wirklich tun können, ist, den inneren Krieg gegen uns selbst zu beenden.

Wie könnten wir jemals die Größe des eigenen inneren Selbst sehen, wenn wir uns fortlaufend besudeln?

Der heilige Augustinus erlitt viele seelische Qualen und es dauerte lange Zeit, bis er sich Gott annähern konnte. Als er schließlich Gott erfuhr beschrieb er die Erfahrung folgendermaßen:

„Licht und Klang und Duft und Speise
und Umarmung meines inneren Menschen.
Dort erstrahlt meine Seele, was kein Raum erfasst;
dort erklingt, was keine Zeit entführt;
dort duftet, was kein Wind verweht…
Das ist es, was ich liebe, wenn ich liebe – meinen Gott“

 

Alles ist Bewusstsein – es gibt nichts anderes als reines Bewusstsein.
Du bist das reine göttliche Selbst und diese Welt ist dein Bewusstsein.

 

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